Neue Jugendherberge Prora: Zentrum für junge Menschen und Familien an der Ostsee

Mit der Inbetriebnahme der neuen Jugendherberge in der von den Nationalsozialisten als Seebad für 20.000 Menschen geplanten Anlage Prora ist ein neues Kapitel in der Geschichte des kilometerlangen Bauwerks auf der Ferieninsel Rügen aufgeschlagen worden. „In den grauen, vom Verfall bedrohten Mauern kehrt jetzt buntes Leben ein“, sagte Sozialministerin Manuela Schwesig heute bei der Eröffnung.

„Die neue Jugendherberge bietet nicht nur günstige Übernachtungsmöglichkeiten für Menschen, die sich einen teuren Urlaub nicht leisten können. Die neue Jugendherberge wird international ausgerichtet auch für Lehrgänge, Seminare und Workshops genutzt werden können“, so die Ministerin. Außerdem werde die Jugendherberge die Rügen-Urlauber von morgen auf die Insel holen.

„Wenn Rechtsextreme jetzt glauben, Prora zur Wallfahrtstätte für ewig Gestrige machen zu müssen, werden sie hier kein Forum finden“, sagte Schwesig. „Das Jugendherbergswerkist sich der vielfältigen historischen Bezüge des Gebäudekomplexes Prora wohl bewusst. Dies gilt für den Part als geplantes Ziel für den NS-Massentourismus ebenso wie für die Zeit als Unterkunft für die Bausoldaten in der DDR. Diese Jugendherberge wird für Offenheit, Demokratie und Toleranz, Begegnung von Menschen unterschiedlichster Kulturen, Weltanschauungen und Religionen stehen.“

Bauherr der Jugendherberge ist der Landkreis Rügen. Er überlässt den Bau dem Deutschen Jugendherbergswerk-Dachverband Mecklenburg-Vorpommern im Rahmen eines langjährigen Nutzungsvertrages. Die Gesamtkosten der Jugendherberge, die in dem teilweise stark maroden, denkmalgeschützten Block V der kilometerlangen Anlage an der Ostsee entsteht, werden mit 16,38 Millionen Euro beziffert. Das Sozialministerium hat sich mit rund 3,2 Millionen Euro an den Baukosten beteiligt.

Pressemitteilung Nr. 72 – 04.07.2011 – SM – Ministerium für Soziales und Gesundheit

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